BTRFS RAID 1: Selbstheilung in Aktion

Mittlerweile durfte das BTRFS RAID 1 auf meinem Laptop seine Selbstheilungskräfte unter Beweis stellen (siehe Wieso haben moderne Laptops eigentlich einen mSATA-Slot?). Bei einem Schrubben erhielt ich:

Meine erste Reaktion war „Oha!“, doch dann machte ich mir nochmal bewusst was „corrected“ heißt. Nun interessierte mich natürlich, auf welcher SSD die Fehler auftraten:

Also die neue Crucial m500 mSATA SSD. Die Intel SSD 320 hatte aber noch eine gute Kopie, daher konnte BTRFS den Fehler beheben. Das macht es bei einem Scrub oder bereits ab Kernel 3.2 bei einem Lesezugriff auf die Daten (siehe auch BTRFS Wiki: Änderungen nach Funktion).
Für Daten, bei denen das mit dem automatischen Reparieren nicht klappt, ist natürlich gut zu wissen, welche Datei betroffen ist. Da hilft das Kernel-Log. Ein Auszug:

Jetzt weiß ich zwar dank des über das Verzeichnis im BTRFS-Dateisystem gemounteten Dateisystems eCryptfs immer noch nicht, wie die Dateinamen nun unverschlüsselt heißen, bin aber dennoch in der Lage, genau diese Datei aus einem datei-basierten Backup herauszuziehen – was hier zum Glück nicht erforderlich ist.

Warum nun der Prüfsummen-Fehler auftrat? Ich habe nur eine Vermutung: Durch ein hartes Ausschalten konnte die mSATA SSD einige Daten nicht fertig schreiben – und ich wüsste nicht, wo auf der winzigen Platine ein Kondensator Platz hätte, um noch für eine kurze Zeit Strom zu liefern, um wie bei der Intel SSD 320 die Daten noch zu schreiben. Und meiner Erinnerung nach war da einige Tage davor etwas in der Art. Wie dem auch sei: Es gab seitdem keine neuen Fehler mehr, BTRFS hat die Fehler korrigiert und der Befehl smartctl -a oder smartctl -x melden auch keine Probleme – also lasse ich das erstmal so stehen, und beobachte weiterhin.

Somit verbleibe ich mit einem: Ha! Erster Blog-Artikel im neuen Jahr. Und einem (späten): Ein schönes und erfolgreiches neues Jahr!

Martin Steigerwald

Martin Steigerwald beschäftigt sich seit Mitte der 90er Jahre mit Linux. Er ist langjähriger Autor von Artikeln für verschiedene Computer-Magazine wie die LinuxUser (linuxuser.de) und das Linux-Magazin (linux-magazin.de). Seit Herbst 2004 ist er als Consultant für solide Server-Infrastruktur auf Linux-Basis und als Trainer für Linux-Themen bei Proact Deutschland in Nürnberg tätig.

 
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