Neue Proxmox VE-Kurstermine und Versionen

This entry is part 7 of 7 in the series Unsere Linux-Schulungen

Nach der erfolgreichen Einführung von Proxmox VE-Kursen in unser Portfolio geht es weiter mit neuen Kurs-Terminen und neuen Proxmox VE-Versionen.

Neue Schulungstermine

Zunächst einmal gleich zu den neuen Schulungsterminen in 2022:

2022 liegen die Termine für den Grundlagen- und den Fortgeschrittenen-Kurs ebenfalls wieder direkt hintereinander. So ist es möglich, in einer Woche direkt hintereinander an beiden Kursen teil zu nehmen. Auch die Kurse in 2022 halten wir als offizieller Proxmox-Training-Partner.

Neue Proxmox VE-Versionen

Bereits im 2. Halbjahr 2022 hielt ich Kurse mit dem neuen Proxmox Virtual Environment 7.0. Auch den Proxmox Backup Server 2.0 stellte ich vor. Seitdem haben Entwickler der Proxmox Server Solutions GmbH und aus der Community nochmal nachgelegt: Aktuell sind Proxmox VE 7.1 und Proxmox Backup Server 2.1. Selbstverständlich werden die Kurse in 2022 auf diesen oder neueren Versionen basieren.

Neuerungen in Proxmox VE 7

Zunächst einmal basiert Proxmox VE 7.0 erstmalig auf Debian 11 aka Bullseye als Linux-Unterbau. Dazu kommen neue Versionen anderer Komponenten: Ein aus Ubuntu angepasster Kernel 5.11, QEMU 6.0 sowie LXC 4.0.

Gleichmäßigere Verteilung von Daten in Ceph

Bedeutende Neuerungen betreffen den Storage-Bereich: Neben Ceph Pacific 16.2 und ZFS 2.0.4 bietet Proxmox VE 7.0 auch eine derzeit noch experimentelle Unterstützung für BTRFS. Ceph 16.2 aktiviert standardmäßig das Modul fürs Load Balancing von Placement Groups. Die gleichmäßigere Verteilung der Daten reduziert das Risiko, dass ein Object Storage Device (OSD) zu voll wird, was zu weniger verfügbarem Speicher im Ceph Cluster führen würde, als tatsächlich vorhanden ist. Ceph Pacific (15.2) ist weiterhin mit Support verfügbar.

BTRFS-Unterstützung

BTRFS unterstützt Proxmox VE 7 sowohl im eigenen Installer als auch als eigenen Storage Backend für VMs, Container und ISO-Images. So ist es möglich Proxmox VE 7.0 auf einem BTRFS RAID 1 oder RAID 10 zu installieren. Allerdings sind in diesem Fall besondere Vorkehrungen erforderlich, um Auslagerungsspeicher einzurichten. Das BTRFS-Storage-Backend arbeitet ähnlich wie das Backend für reguläre Verzeichnisse. Im Unterschied zu diesem unterstützt es jedoch Snapshots für virtuelle Maschinen und Container direkt via BTRFS. Der Dozent hat das in seinem Test- und Referenz-Setup auf einem Intel NUC mit SATA SSD bereits im Einsatz empfiehlt dies jedoch ausschließlich für Flash-basiertes Storage. Bislang klappt das ohne Probleme. Derzeit ist das ein Technology Preview, daher für produktive Systeme eher nicht empfehlenswert.

Eine VM mit zwei Snapshots auf BTRFS

Verbesserte Web-Oberfläche

Weitere Verbesserungen betreffen die Web-Oberfläche. Sie ermöglicht es, die APT-Repositories zu verwalten und prüft auch, inwiefern das entsprechende PVE Enterprise-Repository aktiv ist. Zudem lassen sich die Notizen für Hosts, virtuelle Maschinen, Container und weitere Elemente nun mit Markdown formatieren. Zusätzlich lassen sich Yubikeys als SSH-Schlüssel für Container angeben oder bei manuell ausgelösten Backups automatisch alte Backups aufräumen.

Die Entwickler erweiterten zudem die Möglichkeiten für die Authentifizierung. PVE 7.0 unterstützt Single Sign On mit OpenID Connect. Damit lassen sich externe Authentifizierungsserver flexibel einbinden. Eine neue Berechtigung für Pools erlaubt es, solche einzusehen, jedoch nicht zu verändern.

Virtuelle Maschinen, Container, Netzwerk und NTP

Eine wesentliche Neuerung durch QEMU 6.0 ist die Möglichkeit, die neue Linux-Schnittstelle für asynchrones I/O io_uring zu verwenden. Für neue oder migrierte VMs ist dies bereits Standard. Zudem löscht der PVE Storage Manager nicht referenzierte Disks standardmäßig nicht mehr automatisch. Dies reduziert das Risiko, versehentlich noch gebrauchte Daten zu löschen. LXC 4.0 unterstützt indes den neuen einheitlicheren Mechanismus CGroup V2, um Prozesse zu gruppieren und deren Resourcen-Nutzung zu beschränken. Das Proxmox Container Toolkit (PCT) in PVE 7.0 verwendet bereits CGroup V2.

Zudem ist das moderne Ifupdown2 nun Standard für neue Installationen von PVE via offiziellem Installer-ISO. Daher unterstützt PVE standardmäßig das Anwenden von Änderungen an der Netzwerk-Konfiguration im laufenden Betrieb. Außerdem kommt Chrony als Standard-NTP-Dienst zum Einsatz, da systemd-timesyncd aus Sicht der PVE-Entwickler für den Server-Einsatz nicht so gut geeignet ist. Das Zertifikatsmanagement via ACME unterstützt Dual Stack (IPv4 und IPv6) nun besser.

Neuerungen in Proxmox VE 7.1

Proxmox VE 7.1 bringt den neueren Kernel 5.13, QEMU 6.1, Ceph Pacific 16.2.6 und ZFS 2.1. Der neue Scheduler pvescheduler bietet flexiblere Optionen für das zeitgesteuerte Ausführen von Backup-Jobs, die dem entsprechen was der Proxmox Backup Server bereits für Prüf- und Aufräum-Jobs (Prune und Garbage Collection) unterstützte.

Zudem unterstützt die neue Version, VMs mit Windows 11. Dazu bietet PVE einen neuen OS-Typ für Windows 11 sowie die Unterstützung für Trusted Platform Module 2.0 (TPM). Neu erstellte VMs können Secure Boot nutzen, wobei sich Schlüssel für Windows und Linux-Distributionen ausrollen lassen. Für Container unterstützt PVE 7.1 auch Fedora 35 und Ubuntu 21.10. Desweiteren stehen Vorlagen für die mit RHEL binärkompatiblen Distributionen AlmaLinux und Rocky Linux bereit.

Neuerungen in Proxmox Backup Server 2.0

Die Version 2.0 des Backup-Servers unterstützt nun offiziell das Sichern auf Tapes. Die ab Version 1.1 als Technology Preview verfügbare Funktion unterstützt Linear Tape-Open ab der Generation 5 (LTO-5) mit Hardware-Verschlüsselung. Ältere LTO-4-Laufwerke unterstützt PBS, so gut es geht. Der User Space Treiber und die Unterstützung für Autoloaders (pmtx) sind beide in Rust geschrieben.

Das Restaurieren einzelner Dateien gelingt jetzt auch von Linux-VMs mit LVM oder ZFS. Dazu startet PVE automatisch eine passende virtuelle Maschine im Hintergrund, die mit den entsprechenden Linux-Bordmitteln auf das jeweilige Image zugreift.

Ansonsten zieht der Backup Server in Bezug auf einige Funktionen mit dem Virtual Environment gleich: So kennt er nun Single Sign On mit OpenID Connect. Paketaktualisierungen laufen optional über einen HTTP-Proxy. Zudem bietet PBS jetzt ein Let’s Encrypt/ACME-Zertifikatsmanagement mit Stand-Alone- und DNS-Plugin. Die Konfiguration von APT-Repositories via Web-Oberfläche ist ebenso enthalten.

Neuerungen in Proxmox Backup Server 2.1

Flexible Bandbreiten-Limits für eingehenden und ausgehenden Datenverkehr ermöglichen es beim Backup und beim Restore Bandbreite für andere Zwecke übrig zu lassen. Zudem unterstützt PBS 2.1 analog zu geschützten virtuellen Maschinen oder Containern in PVE geschützte Backups, die sich nur dann wieder löschen lassen, wenn der Admin vorher das entsprechende Flag wieder entfernt.

Gruppen-Filter für Sync- und Tape-Backup-Jobs ermöglichen es, einzuschränken, was ein Job bearbeiten soll. So lässt sich ein Job auf einen Backup-Typ – Container, virtuelle Maschine, Host – oder eine Gruppe von Einträgen begrenzen. Außerdem haben die RRD-Graphen mit den Performance- und Storage-Kapazitätsdaten nun eine deutlich höhere Auflösung.

Unsere weiteren Linux-Schulungen

Neben den neuen Schulungen bieten wir auch weiterhin die folgenden Kurse an:

  • Linux Performance Analyse & Tuning bei Heinlein und bei qSkills
  • Elasticsearch, Kibana, Logstash Logfile-Analyse mit Open-Source-Tools bei qSkills und bei Heinlein

Hier auch nochmal die Termine der Proxmox VE-Kurse in 2022:

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Martin Steigerwald

Martin Steigerwald beschäftigt sich seit Mitte der 90er Jahre mit Linux. Er ist langjähriger Autor von Artikeln für verschiedene Computer-Magazine wie die LinuxUser (linuxuser.de) und das Linux-Magazin (linux-magazin.de). Seit Herbst 2004 ist er als Consultant für solide Server-Infrastruktur auf Linux-Basis und als Trainer für Linux-Themen bei Proact Deutschland in Nürnberg tätig.

 
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